Hier hinterlassen Menschen ihre Spuren, die im Pfarrbereich einige Zeit mitleben.

 

Gerade verlassen Tobias Lubnau (FsJ - Pfadfinderarbeit, aus Baden), Christoph Betram (5 Monate Vorpraktikum, aus Sachsen-Anhalt) und Marie-Luise Weiler (4 Wochen Gemeindepraktikum, aus Baden-Württemberg) unsere Gemeinde. Wir danken ihnen für die Zeit und ihre Menschlichkeit. Gott möge sie weiter segnen!

 

Und das sind ihre Abschiedsgrüße:

 

„Achtung Zimmer frei!

Zum 1.Sept. wird sich das Leben im Pfarrhaus Laucha drastisch verändern! Sowohl eine ungewöhnliche Ruhe, als auch befremdende Ordnung werden jedem Besucher unweigerlich auffallen. Der Grund hierfür ist, dass wir, der Gemeindepraktikant (alias „El Praktikante“) und der Pfadfinder-FSJ-ler Tobias Lubnau, die Gemeinden heute leider schon verlassen haben. Nichts desto trotz möchten wir die Gelegenheit nutzen, uns auf diesem Wege von allen recht herzlich zu verabschieden. Die in Laucha verbrachte Zeit wird für uns beide immer ein prägender Lebensabschnitt bleiben. Unser Gruß gilt besonders allen Gemeindegliedern, denen wir einen leichten Einstieg und eine schöne Zeit verdanken. Wir beide wünschen allen im Pfarrbereich Laucha viel Glück und Gottes Segen.

In Dankbarkeit Ihr Christoph Bertram und Ihr Tobias Lubnau

 

Es sind verschiedene Gaben, aber es ist ein Geist; und es sind verschiedene Ämter, aber es ist ein Herr; es sind verschiedene Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen. 1. Kor. 12, 4-6

Als ich Mitte Juli hier ankam, geriet ich vom Bahnsteig mitten in die Ferdinandplanungen – so viele verschiedene Menschen und Vorstellungen, Freibad und 120 Kartoffelpuffer auf einem Moped überrollten mich etwas. Aber am Ende passte alles zusammen: Wir hatten glückliche Kinder, ein eingespieltes Mitarbeiterteam und 90 m Glockenkette. Gerade als ich anfing, all das zu vermissen nahten die Kindersingetage. Zwischen Mittagessen und Xylophon wurde eine Übungs-CD aufgenommen, dann kamen die Kinder. Wir Mitarbeiter hatten schon nach dem ersten Nachmittag Ohrwürmer und am Sonntag im Gottesdienst konnten auch die Kinder den Text. Mit dem Schulbeginn zog die „Normalität“ ins Pfarrhaus ein – Menschen gehen ein und aus, die Pfadfinder toben über die Wiese, gleichzeitig probt das Kirchenblech, während der Gemeinschaftsstunde spielt im Pfarrhaus die Band. Alles ist im Schwange, selbst die Erde im Keller wird bewegt... Nicht zuletzt sind mir natürlich die viele Gemeinden aufgefallen. In jeder Gemeinde steht eine eigene Kirchen. Viele sind aufwendig und liebevoll restauriert und jede ist mit eigenen Schätzen geschmückt. In den vier Wochen ordnete sich meine anfängliche Verwirrung langsam. Zwischen den vielen verschiedenen Menschen, Gemeinden und Veranstaltungen leuchtet immer wieder ein Hintergrundbild auf, das alles trägt und verbindet. Zwar arbeiten alle an unterschiedlichen „Baustellen“, doch für die selbe Sache. Die Gemeinde soll wachsen und blühen und das Evangelium zu den Menschen kommen. Für unterschiedliche Menschen sind natürlich ganz verschiedene Angebote nötig und manchmal scheinen sie auf den ersten Blick nicht zusammen zu passen. Im Korintherbrief ist das mit dem Körper und seinen Gliedern verglichen. Auf den ersten Blick scheinen sie gar nichts miteinander zu tun haben. Und doch wissen wir, dass sie alle zusammenwirken und wir Beine gleichermaßen brauchen wie Hände. Genauso sind auch wir in der Gemeinde und in der Welt durch Christus zu einem Leib verbunden, dessen Glieder sich gegenseitig brauchen und unterstützen. Ich fand es schön, wie offen Sie mich aufgenommen haben. Daran konnte ich genau das erkennen: Der Leib Christi reicht weiter, als Bundesländer und Kirchengemeinden.

Ihre Marie-Luise Weiler