Liebe Leserinnen und Leser!

„In der Ruhe liegt die Kraft!“, sagt der Volksmund.

Und da ist etwas dran.

Denn manchmal sollte man gar nichts tun, wirklich nichts. Sich einfach durch ein paar

Stunden oder einen Tag treiben lassen wie ein Schifflein auf dem See. Das ist erstmal nicht

so leicht, aber dann sehr erholsam. Und dabei gehen einem Dinge durch den Kopf, die

nur dann die Chance haben, wahrgenommen zu werden, wenn es wirklich ruhig ist in uns

und um uns. Der geniale Musiker Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) war meist hektisch, immer in Bewegung und oft albern wie ein großes Kind. Er konnte selten zur Ruhe finden. Und wenn doch einmal, dann schrieb er solch einen Augenblick vor Begeisterung sogar in sein Tagebuch. Am 13.Juli 1770 schrieb er auf: „Heute gar nichts erlebt. Auch schön.“

Man muss nicht immer etwas vorhaben oder erleben. Man braucht auch Stunden, um Erlebtes zu verarbeiten, zu ordnen und zu verstehen. Das sind dann die Zeiten, in denen wir ahnen, dass wir unser Leben eigentlich nicht selbst in der Hand haben. Nur in Zeiten wirklicher Ruhe erkennen wir, wie viel wir anderen verdanken: anderen Menschen und Gott. Es ist die Ruhe, die uns Gott näher bringt. Auch Gott ruhte von seinem Schöpfungswerk.

Im 1. Buch der Bibel lesen wir: „Gott vollendete am siebten Tag sein Werk, das er gemacht

hatte und ruhte am siebten Tag von seinem ganzen Werk, das er gemacht hatte. Und Gott

segnete den siebten Tag und heiligte ihn.“

Wo Gott ist, kehrt Ruhe ein. Oder anders gesagt: Je ruhiger wir werden können, desto

mehr nähern wir uns Gott und seinem Licht, das auf unser Leben fällt.

„Heute gar nichts erlebt. Auch schön“, schreibt der meist so hektische Mozart. Aber ab

und an hat auch er wohlige Momente des Nichtstuns erlebt. Und ist sich dabei ein wenig

näher gekommen. Das ist das große Glück der Ruhe: Wir kommen uns näher. Zwischen

uns und der Erkenntnis über uns selbst steht kein geschäftiges Treiben mehr – in der Ruhe

sehen wir uns selbst. Wir sehen klarer, wer wir sind: Wir sind beschenkt mit Leben, das von

Gott kommt. Wer das erkennt, wird dankbar.

Ruhe macht dankbar, weil unsere Ruhe ein Teil der Ruhe ist, die Gottes Wort und sein

ewiges Licht für uns sein wollen.

Ich wünsche Ihnen viele solcher ruhigen Momente in diesem Sommer!

Ihre Susanne Buchenau