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Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Off. 21,2

 

Die Offenbarung des Johannes spricht in Visionen von einer Weltzeit die vor uns liegt. Das Buch gehört zu den prophetischen Büchern der Bibel. In ihm eröffnet uns der Seher Johannes einen Blick in die Zukunft, die Gott für uns bereit hält. Er entfaltet vor uns Visionen von großen Katastrophen, die unsere alte Welt treffen und von einer Neugeburt unserer Welt. Dann wird es kein Leid, keine Not, keinen Tod und kein Geschrei mehr geben. Wir werden, so sagt es die Bibel nach einer Phase der Leiden befreit und erfahren ungeahntes Glück. 

 

Liebe Gemeinden, nicht immer ist es leicht, mit solchen Bildern im Kopf zu leben. Es ist schwer zu wissen, auf uns warten Leiden. Aber es ist auch sehr ehrlich. Der Seher Johannes erspart uns nicht den Blick auf den Schrecken am Ende der Tage, aber er verheißt uns danach neues Leben in Herrlichkeit.

 

Liebe Leser, im vergangenen Monat starb mein Onkel in Canada. Lange schon trug er schwer an einer Krankheit. Der Krebs und der Schmerz zeichneten seine Züge. Und doch wurde er, je näher sein Ende kam ruhiger. Der alte Pfarrer wusste: Nach einer Zeit des Leidens wartet Gott auf mich! Ich kann alles tragen, weil ich ein Ziel für meinen Weg habe, weil ich weiß, Christus trägt mit. 

 

Ich möchte aus einer seiner Radioandachten zitieren, die er mir zum Abschied schickte: 

 

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von denen mir Hilfe kommt. Meine Hilfe kommt vom Herren der Himmel und Erde gemacht hat. Psalm 121

 

Der Psalm, so schreibt mein Onkel, ist einem alten Wanderlied entnommen. Die Menschen die zum Gotteshaus gewandert sind, haben es zusammen gesungen. Der Weg war weit und hart, er führte durch Wüsten und über Gebirge. Aber die Gläubigen hatten ein Ziel, das Gotteshaus stand auf dem Berg Zion. Dort, wussten sie, ist Gott gegenwärtig. Lieber Daniel, von dort wird auch mir Hilfe kommen nach den Schmerzen der langen Wanderschaft meines Lebens. Jetzt noch leide ich, aber ich habe eine Hilfe, meine Hilfe kommt von Gott dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Auch eure Hilfe will Gott sein, darum macht euch auf den Weg zu Gottes Haus. Versteckt euch nicht hinter den Bergen von Arbeit, Sorgen und Schuld. Blickt auf! Die Hilfe ist nahe. Ich gehe in das neue Jerusalem, in den Himmel. Wir alle werden ruhen im Herrn; unser Herz wird mit Trost und Frieden erfüllt. Wir mögen es nicht ganz verstehen, aber wir spüren schon, wie Gott unser Leiden wandelt in Freude. 

 

Und ich sehe die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Amen.

Ihr Daniel Schilling-Schön