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Monatsspruch vom Juli: „Sät Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflügt ein Neues, solange es Zeit ist, den Herrn zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen läßt!“     (Hosea 10,12)
Liebe Gemeinde: Wie nötig Regen ist, wer weiß das nicht, nach der großen Trockenheit in diesem Jahr! „Sorgen Sie für Regen!“ sagte mir immer wieder mal jemand. Und ich betete um Regen, es ist so offensichtlich, wie nötig er ist. Wie notwendig Gerechtigkeit ist, wer weiß das nicht, wenn er den Armutsbericht hört, die Nachrichten wahrnimmt, mit Nachbarn spricht. Manche haben viel zum Leben, andere müssen sich abrackern für das Nötigste. Bei uns und zwischen den Völkern ist das so. „Sorgen Sie für Gerechtigkeit!“, das sagte mir noch niemand. Aber trotzdem bete ich dafür und versuche, auszugleichen, weil ich unter den vielen Formen des Unrechts leide: Dem materiellen Unrecht und dem unrechten Reden und Schreiben bei uns. Wie sie sich gegenseitig die Ehre abschneiden, das ist unrecht, mit welchen Ausdrücken und Drohungen sie sich belegen, das ist lieblos. Und unser Land leidet darunter genauso wie unter fehlendem Regen. Ein Feld, das verunkrautet, neu beackert werden, bis es Frucht bringt. Unser Herz braucht einen wenigstens so großen Einsatz, bis wir nicht mehr lieblos reden und denken, bis wir Frieden suchen und versuchen, einander gerecht zu werden. Wie ein Wort zur Situation trifft mich da Hoseas dringender Aufruf, so wichtig und lebendig wie damals zu seiner Zeit. Sorgen wir uns darum, gerecht zu reden und zu handeln und so Gerechtigkeit in unseren Orten zu säen. Sammeln wir, was der Liebe dient an Worten und Erinnerungen, pflegen und bewahren wir Hoffnungen und Pläne, die allen guttun, weil die Liebe in ihnen wohnt. Wir werden Gottes Nähe dabei spüren, unser Land wird aufatmen. So lässt Gott vielleicht wieder Gerechtigkeit regnen über uns. Das wünsche ich mir, es ist so wichtig wie Regen zur richtigen Zeit.        Ihre Anne-Christina Wegner