Alle Gottesdienste und Veranstaltungen finden Sie ... hier

 

Konfirmandenpredigt I: Wir sind Mara Loreen Kirsten und Merle Pauline Selig, wir wollen uns in der St. Elisabeth Kirche in Roßbach konfirmieren lassen.  Im Konfirmandenunterricht haben wir eine Gemeinschaft gefunden: Wir haben neue Freunde kennengelernt und unsere Freundschaften gepflegt. Die Konfirmationszeit ist für uns die Phase, in der man langsam erwachsen wird. Wichtige Entscheidungen muss man treffen, wie Konfirmation oder Jugendweihe, ob man sich dem christlichen Glauben bekennen möchte oder nicht. Wir haben uns für die Konfirmation entschieden, da wir an Gott glauben und deswegen uns der evangelischen Kirche anschließen möchten. Konfirmation bedeutet für uns aber auch, in eine Gemeinschaft aufgenommen zu werden, uns dort wohl zu fühlen und dass man sich gegenseitig zur Seite steht.  

 

Merle: Mein Konfirmationsspruch steht im Altem Testament unter Josua 1,9. ,,Lass dich durch nichts erschrecken und verliere nie den Mut; denn ich, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.“ Nachdem Mose gestorben war, sollte Josua der Nachfolger von Mose werden. Er soll das Volk in ein neues Land führen.  Nun muss Josua Verantwortung übernehmen. Von dieser Verantwortung soll Josua sich nicht erschrecken lassen und er soll nie den Mut verlieren, dass er etwas falsch macht, denn Gott steht hinter ihm auf allen seinen Wegen. Gott steht ihm bei, gibt ihm Kraft und Halt. Für mich heißt das: Egal, wie ich mich im weiteren Leben entscheide, wie z.B. der Berufswahl oder Wohnort - Gott steht immer hinter mir.  Auch meine Eltern unterstützen mich immer sehr lieb und machen mir Mut wenn ich mal nicht weiterweiß. Dieser Konfirmationsspruch soll mich im Leben begleiten und mir Kraft geben. 

 

Mara Mein Konfirmationsspruch steht im Jeremia 29, 13-14 im  Brief an die Weggeführten in Babel. „Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen." In der Geschichte geht es um Juden, die von den Babyloniern aus Jerusalemnach Babel verschleppt wurden. Es ist wie eine Probe, denn in Babel werden ihnen viele Götter vorgeschrieben, doch sie sollen an ihren Gott glauben. Wie im 1. Gebot, wo es heißt: „Ich bin der Herr, dein Gott! Du sollst nicht andere Götter haben neben mir!" Wenn sie Gott treu bleiben, dann wird Gott sie zurück nach Jerusalem holen. Für mich bedeutet der Spruch, wenn ich etwas von ganzem Herzen suche und möchte, werde ich es auch finden, wie die Juden. Auch wenn es viel Zeit braucht.  Er bedeutet aber auch noch etwas anderes für mich: Ich werde langsam erwachsen, treffe eigene Entscheidungen. Vielleicht ziehe ich auch demnächst aus. Dann soll der Spruch meinen Eltern zeigen, dass ich nicht aus der Weltgeschichte bin,  sondern wir können uns besuchen und in Kontakt bleiben. Der Spruch zeigt mir aber auch eine Suche. Die Suche Gottes oder die Suche der Liebe. Aber auch die Suche nach sich selbst. Liebe Gemeinde mit der Konfirmation  werden wir langsam erwachsen, aber das macht uns keine Angst, denn wir wissen:  wir müssen uns nicht erschrecken und nie den Mut verlieren denn Gott ist bei uns wohin wir auch gehen werden. Nach der Konfirmation ist unser Weg zum Glauben nicht abgeschlossen. So wie es im Konfirmationsspruch heißt: wir sollen Gott von ganzem Herzen suchen, ein Leben lang.  Amen.

 

 

Christus spricht: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende“

 

Noch liegt der Satz in weiter Ferne. In diesen Tagen geht es Richtung Jerusalem. Jesus redet von seinem Tod, davon, wie seine Freunde und Schüler an ihm irre werden und ihr Heil nicht mehr bei ihm, sondern in der Flucht suchen. Und Jesus redet von der Auferstehung, davon, dass sie Vertrauen haben können statt der Angst. Weil Gott mit ihm alles überwindet, sogar den Tod. Sie verstehen es nicht. So sind es für sie Tage voller Unklarheit. Die Perspektive ist grau, die Gegenwart schwierig. Jesus geht mit seinen Leuten auf Karfreitag und Ostern zu. Und wir gehen jedes Jahr in Gedanken diesen Weg mit. Mancher versteht sehr gut, wie den Freunden damals zumute ist, weil auch für ihn manches schwierig und unklar ist. Mir geht es auch nicht anders. An den Umgang mit der Krankheit muss man sich gewöhnen, andere müssen einen Abschied verkraften. Habt Vertrauen, sagt Jesus. Nach Ostern gewinnen diese Worte für seine Schülerfreunde Kraft und Glanz. Denn sie erfahren: Wir sahen ihn sterben, aber Gott zeigte mit ihm: Not und Tod überwindet seine Macht. Gott schenkt hinter dem Tod das ewige Leben. Eine unglaubliche Erfahrung, sie brauchen recht lange, ehe auch das letzte Fetzchen Angst und Unsicherheit vergangen ist. Aber ihr Vertrauen wächst. Und so nehmen sie seine letzten Worte in ihr Herz auf: Geht, redet von eurem Glauben, tauft alle, die ihr erreicht und lehrt sie alles, was ich euch befahl. Und seht: Ich bin bei euch, wohin euer Weg euch auch führt, bis ans Ende der Welt immer und ewig. Da atmeten sie auf, denn ein Weg wird gangbar, wenn ich ihn nicht alleine gehen muss. Sie gaben uns diese Erfahrung weiter, sie trägt auch uns. Ich nehme diesen Satz mit auf meinen Weg durch die Passionszeit. Es leuchtet schon das Osterlicht darin, das gibt mir eine getroste Zuversicht in allen Unwägbarkeiten. Komme, was mag: Gott geht mit Dir und mit mir.

Ihre Anne-Christina Wegner