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Predigt von Konfirmandin Elisabeth Herzer zu ihrem Vorstellungsgottesdienst am 04.02.2018

„Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ So heißt es in Ps. 103, 2. Zuerst einmal, das Lob Gottes ist nicht ein gewöhnliches Lob, was man z.B. einem Kind zur Motivation und Bewertung gibt. Es ist vielmehr ein Lob aus Dankbarkeit und hat eher die Bedeutung von Preisen. Dies sieht man auch in der englischen Übersetzung: „praise the Lord“ das heißt „preise Gott“ und im französischen: „je veux dire merci“ das heißt „ich will Dank sagen.“ Das Bedürfnis zum Preisen und Danken kommt nicht aus dem Kopf sondern aus dem Herzen. Aus der Seele, wie es im Psalm heißt. Wer Gott lobt, macht sich bewusst, dass nichts im Leben selbstverständlich ist. Das ich heute vor Ihnen stehe ist auch nicht selbstverständlich. Gott hat mich in einer Zeit des Friedens und des Wohlstandes zur Welt gebracht. Das ist in der heutigen Zeit alles andere als selbstverständlich. Man soll nicht vergessen, was Gott dir Gutes getan hat, heißt es im Luthertext. Denn gerade wenn es einem gut geht und man keine Probleme hat, vergisst man oft, dass dies Gott zu verdanken ist. Dazu habe ich bei meinen Vorbereitungen für diese Predigt eine tolle Geschichte gefunden, in der die Kinder Israels aus Ägypten in das gelobte Land kommen. Gott sagt im 5. Mose 6, 10: „Wenn dich der Herr, dein Gott in das Land bringt, von dem er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, es dir zu geben –große und schöne Städte, die du nicht gebaut hast und ausgehauene Brunnen, die du nicht ausgehauen hast und Weinberge und Ölbäume, die du nicht gepflanzt hast und wenn du isst und satt wirst, so hüte dich, dass du nicht den Herrn vergisst, der dich aus Ägypten, aus der Knechtschaft, geführt hat.“ Die Kinder Israels mussten also auch wieder daran erinnert werden, dass sie in der Sklaverei gelebt hatten und Gott sie befreit hat. Das war vor über 3.000 Jahren so. Offensichtlich neigen wir zu allen Zeiten zur Vergesslichkeit. Aus Vergesslichkeit wird schnell Undankbarkeit. Das ist heute nicht anders. Muss man erst arbeitslos werden, um den eigenen Arbeitsplatz zu schätzen? Muss man erst ein kräftiges Zahnweh haben, um den Wert gesunder Zähne zu würdigen? Muss man erst krank werden, um das Geschenk der

Gesundheit hoch zu achten? Muss man erst einen Angehörigen oder Freund verlieren, um den Wert der Familie bzw. der Freundschaft zu erkennen? „Vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“

Ich habe diesen Konfirmationsspruch ausgewählt, weil ich Gott loben und preisen möchte in den guten aber auch in den schwierigen Zeiten, wenn ich vielleicht nicht mehr weiter weiß. Ich möchte genau dann, durch den Spruch, Gott danken für alles Gute, dass meist alltäglich für mich ist. Ich hoffe auf seine Treue. Damit meine ich, dass er mir auch in schwierigen Zeiten Kraft und Trost geben kann. Und das hoffe ich auch für sie, liebe Gemeinde, dass Gott auch Ihnen in schwierigen Zeiten die nötige Kraft und den Trost schenken kann. Gott hat mir meine Eltern geschenkt, die für mich sorgen, die mit mir beten und die immer für mich ansprechbar sind. Meine Großeltern, die immer für offene Fragen bereit stehen und meine beiden Brüder, die oft auch meine Widerstandskraft herausfordern. Ich bin dankbar eine gute Schule besuchen zu dürfen, für meine Gesundheit und meine Freunde. Ich habe Freude am Klavierspiel, Flötenspiel aber auch am Sport… Ich glaube wenn ich jetzt alle Gründe zur Freude und Dankbarkeit aufzählen würde, würde ihr Sonntagsbraten zu Hause anbrennen. Deswegen fasse ich alles zusammen in einem Satz: „Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht was er dir Gutes getan hat.“